Pilatus Westgrat

Bergwanderweg Finsterwald – Blaue Tosse – Mittaggüpfi – Pilatus

Während der Planung einer anderen Wanderung in der Region Pilatus bin ich auf den Pilatus-Westgrat gestossen. Die Wanderung über die verschiedenen Gipfel sah interessant aus. Sofort war klar, dass diese Wanderung auf die Todo-Liste kommt. Im September 2019 war es dann soweit. Zu zweit starteten wir am Morgen in Finsterwald mit dem Ziel Pilatus. Für den Aufstieg auf den Grat wählten wir den Weg durch die Riseteflue.

Finsterwald – Blaue Tosse

Der erste Teil der Wanderung ist nicht sehr spektakulär. Mit nur wenig Aufstieg geht es entlang von Nebenstrassen und Waldwegen zum Riseteloch. Von hier aus geht es nun etwas steiler weiter durch den Wald bis Risete, am Fuss der Riseteflue. Ab hier wird der Weg nun etwas anspruchsvoller. Nicht sehr steil, aber doch stetig bergauf erreicht man nach einiger Zeit das Felsband unterhalb der Blauen Tosse. Im Zickzack geht es nun immer weiter nach oben. Der Weg ist inzwischen teilweise recht ausgesetzt und benötigt eine gewisse Trittsicherheit. Obwohl ich etwas an Höhenangst leide, ist der Aufstieg kein Problem. Es folgend später noch schlimmere Abschnitte. Das Felsband ist rasch überwunden und schon bald steht man oben auf dem Grat. Von einem Moment auf den anderen blickt man direkt zur Alpenkette. Kurze Zeit später ist dann der erste Gipfel, die Blaue Tosse erreicht. Zeit für eine erste kurze Verschnaufpause.

Blaue Tosse – Mittaggüpfi

Wer nun denk, endlich auf dem Grat angekommen, sind die meisten Höhenmeter überwunden, der irrt. Mehr als die Hälfte der rund 1800 Höhenmeter stehen noch vor uns. Die ersten rund 100 Höhenmeter folgen sogleich. Auf einem gut ausgebauten Weg geht es weiter auf die Stäfeliflue. Kein wirklicher Gipfel, aber für einige Zeit der höchste Punkt. Ein grosses Steinmannli erwartet einem ganz oben. Immer leicht abwärts geht es nun weiter entlang des Grats. Auf der einen Seite das Entlebuch und die Nordschweiz, auf der anderen Seite die Voralpen und der Alpenkamm. Der Weg ist angenehm breit und es besteht eigentlich keine Absturzgefahr. Aufpassen sollte man aber natürlich trotzdem.

Nach kurzer Wanderung erreicht man einen unüberwindbaren Teil des Grats. Um diesen Teil zu umgehen führt der Weg nun ein paar Meter in Richtung Tal. Nach einem kurzen Abstieg geht es dann flach weiter, bevor man wieder nach oben auf den Grat aufsteigt. Wieder etwas gemütlicher geht es nun weiter zur Tripolihütte. Im Sommer ist die Hütte teilweise bewartet und man kann sich dort verpflegen. Bei unserem Besuch war die Hütte aber leider geschlossen. So zogen wir dann auch gleich weiter. Nach der Hütte geht es nun wieder kurze Zeit flach weiter, bevor man erneut auf den Grat aufsteigen muss. Nach einem kleinen Waldstück erkennt man bereits die alte Flugabwehrstellung auf dem Mittaggüpfi. Immer leicht aufwärts ist das Mittaggüpfi genau zur Mittagszeit erreicht. Passend für eine Verpflegungspause.

Mittaggüpfi – Tomlishorn

Vom Mittaggüpfi aus ist das eigentliche Ziel nur zum ersten Mal im Blick. Doch der Weg dorthin ist noch weit. Der Weg geht nun erneut etwas abwärts und überquert ein kleines Hochmoor zur Rottosse. Ab hier geht es kurz flach weiter, bis der Aufstieg zum Widderfeld beginnt. Bei Punkt 1987m erreichen wir eine Abzweigung. Wer Lust hat, kann hier weiter bis zum Gipfel aufsteigen. Der Abstieg auf der anderen Seite ist jedoch nicht möglich. Aufgrund der Länge der Tour entscheiden wir uns, diesen Gipfel zu überspringen und biegen links ab.

Hier folgt nun der für mich anspruchsvollste Teil der Tour. Steil und über einen schmalen Grat geht es bergab. Der Weg ist aber zum Glück mit Ketten gesichert. Nach dem kurzen Abstieg befindet man sich in einem Geröllfeld, welches man nun überqueren muss. Immer leicht bergauf erreicht man dann die andere Seite des Widderfeld. Nun ist auch gut erkennbar, weshalb es keinen Weg auf dieser Seite gibt. Die Felsen auf dieser Seite fallen fast 100 Meter senkrecht ab. Der Weg führt nun erneut über den Grat bis zum Fuss des Tomlishorn. Hier stösst man nun auf die Touristenströme vom Pilatus her. Trotz all der Leute entscheiden wir uns für den Aufstieg zur Aussichtsplattform. Immerhin ist es mit 2128 Meter der höchste Punkt der Tour.

Tomlishorn – Pilatus

Nach einer kurzen Pause auf dem Tomlishorn geht es nun an den restlichen Teil der Tour. Der Weg ist nun breit und teilweise sogar asphaltiert, damit die Touristen gefahrlos auf das Tomlishorn kommen können. Entsprechend einfach sind die letzten paar Meter bis zum Pilatus Kulm. Bei der Bahnstation angekommen entschieden wir uns, noch kurz einen Abstecher auf den Esel, eine Aussichtsplattform oberhalb der Station, zu unternehmen. Von hier hat man eine wunderbare Rundumsicht auf Vierwaldstättersee mit Rigi, die Stadt Luzern sowie zu den Alpen. Mit der steilsten Zahnradbahn der Welt gehen wir dann runter nach Alpnachstad.

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Übersicht
Distanz19 km
Aufstieg1800 m
Abstieg800 m
Schwierigkeit T3 (Info)
Dauer6 – 7 Stunden
Kondition★★★★☆
Aussicht★★★★☆
Beste Jahreszeit
JanFebMärApr
MaiJunJulAug
SepOktNovDez
Karte
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