Sparrhorn & Oberaletschhütte

Bergwanderweg Belalp – Sparrhorn – Oberaletschütte – Riederalp

Bei schönstem Wetter hatte ich zwei Tage frei und suchte eine gemütliche Berghütte zum Übernachten. Bei der Suche stiess ich auf die Oberaletschhütte, direkt beim Zusammenfluss von Beich- und Oberaletschgletscher. Zuvor sollte es aber noch ein Berggipfel sein. Das Sparrhorn (3021 m) bot sich hier an, liegt es doch mehr oder weniger am Weg. Für den Rückweg wählte ich dann den Weg über die Hängebrücke zur Riederalp.

Belalp – Sparrhorn

Aufgrund der Länge der gesamten Wanderung, wählte ich als Startpunkt die Belalp aus. Der erste Teil der Wanderung ist nicht sehr schwierig, weshalb das Sparrhorn ein beliebtes Ausflugsziel ist. Dementsprechend viele Wanderer sind an einem schönen Sommertag hierher unterwegs. Von der Bergstation der Belalp-Bahn führt der Wanderweg als erstes zum Tyndall-Denkmal. Ab dort wird es dann etwas steiler, der Weg an sich ist aber weiterhin eher einfach. Über Matten und Felsen geht es nach oben, bis kurz zur Station Hohbiel. Auf der rechten Seite des Speichersees vorbei, geht es jetzt über ein Felsband steil weiter, bis ans untere Ende des Grats. Von hier bietet sich eine wunderbare Aussicht zum Aletschgletscher auf der einen, das Simplongebiet und Rhonetal auf der anderen Seite. Deutlich steiler und ausgesetzter als bisher führt der Bergwanderweg nun über Felsen und den Grat immer näher an den Gipfel. Vor dem Schlussaufstieg folgt noch ein kurzes, fast ebenes Wegstück. Im Zickzack erreicht man dann kurze Zeit später den Gipfel des Sparrhorns auf 3021 Meter über Meer. Die Aussicht hier oben ist wunderbar. Von hier aus sieht man auch das erste Mal das eigentliche Ziel der Wanderung, den Oberaletschgletscher mit der gleichnamigen Hütte. Im steilen Felsband ist zudem auch der Weg zur Hütte zu erkennen.

Sparrhorn – Oberaletschhütte

Nach einer kurzen Verpflegungs- und Aussichtspause muss ich meine Wanderung schon wieder fortsetzen. Bis zum Tyndall-Denkmal geht es über denselben Weg zurück. Von hier geht es weiter zum Hotel Belalp. Hier empfehle ich, beim Brunnen sämtliche Trinkgefässe aufzufüllen. Unterwegs und auch in der Hütte gibt es anschliessend kein Trinkwasser mehr. Vom Hotel Belalp geht nun die Wanderung erst richtig los. Zuerst geht es noch etwas weiter nach unten. Über den historischen Pfad über die Steigglen gelangt man nach kurzer Zeit den vorerst tiefsten Punkt bei der Abzweigung Hirmi. Ab hier geht es nun erst flach weiter, bis dann der Aufstieg durch Felsen und Geröll zur Brücke über den Gletscherabfluss beginnt. Direkt vor der Brücke führt der Weg noch einmal etwas nach unten, nur damit man auf der anderen Seite gleich wieder aufsteigen darf. Über den Lochegga-Grat geht es nun steil weiter zur nächsten Abzweigung bei “Z’Leng Fäsch”. Ein blau-weisser Alpinwanderweg führt von hier zum Fusshornbiwak. Ich bleibe aber auf dem regulären Bergwanderweg in Richtung Hütte. Die Höhenmeter sind nun fast alle überwunden. Immer etwas rauf und runter führt der Wanderweg ab hier – immer mit Blick auf den Gletscher – entlang einer Felsflanke. Im Sommer kann es aufgrund der exponierten Lage sehr warm werden. Unterwegs kommt man bei zwei kleinen Bächen vorbei. Auch wenn hier kein Quellwasser über die Felsen fliesst, kann man hier durchaus seine Flasche noch einmal auffüllen. Zur Erinnerung, in der Hütte gibt es kein Trinkwasser. Kurze Zeit später erscheint dann endlich die Hütte im Blickfeld.

Nur kurze Zeit später wird man in der Hütte willkommen geheissen und man kann endlich die Wanderschuhe ausziehen und in die in Berghütten üblichen Crocks schlüpfen. Auf die Dusche muss jedoch verzichtet werden. Neben einem kleinen Brünneli steht eine mit frischem Gletscherwasser gefüllte Badewanne zur Verfügung. Ideal für eine kleine Erfrischung. Und ja, das Wasser ist wirklich kalt. Nach einer kurzen Erholungspause wird anschliessend pünktlich um 18:30 Uhr das Abendessen serviert. Da nicht viele Leute in der Hütte waren, konnten wir draussen, mit Sicht auf Gletscher und Berge das typische Hüttenessen (Hörnli und Ghackets) geniessen. Nach vielen interessanten Gesprächen und ein paar Runden Jassen war dann pünktlich um 22 Uhr Nachtruhe angesagt.

Oberaletschhütte – Riederalp

Nach einer erholsamen Nacht geht es am Morgen schon früh wieder weiter. Um 7 Uhr wird das Frühstück serviert. Nach dem Essen wird alles wieder zusammengepackt und die Flasche mit frisch gebrühtem Hüttentee gefüllt. Schon kurz darauf geht die Wanderung in Richtung Riederalp los. Über denselben Weg wie am Abend zuvor geht es zurück. Beim grösseren der beiden zu querenden Bächlein fülle ich alle Trinkgefässe, die ich dabeihabe. Bis zur Riederalp gibt es anschliessend keine Möglichkeit mehr. Nach dem Passieren der Brücke und einem kurzen Abstieg erreicht man schliesslich die Abzweigung zur Hängebrücke. Kurz darauf erreicht man den häufig begangenen Wanderweg von der Belalp zur Riederalp. Entsprechend viele Leute sind hier an schönen Tagen unterwegs. Über die Überreste des Gletschers – gut erkennbar an den in Fliessrichtung abgeschliffenen Felsen – erreicht man bald einmal die bekannte Hängebrücke über den Aletschgletscher, beziehungsweise dessen Abfluss. Nach einem kurzen Aufstieg erreicht man dann den Grünsee. Ein einladender Platz für eine kurze Pause.

Ab hier gibt es nun zwei Möglichkeiten, um zur Riederalp zu gelangen. Ich wähle den etwas anspruchsvolleren Weg via Silbersand. Über die ehemalige Moräne geht es teilweise recht steil nach oben. Ab Silbersand geht es dann leicht ansteigend durch den Aletschwald zur Riederfurka. Unterwegs sind hier noch die Überreste einer Suone zu erkennen, welche vor vielen Jahrzehnten vom Aletschgletscher gespiesen wurde. Heute unvorstellbar, dass der Gletscher hier nur ein paar Meter weiter unten war. Bei der Riederfurka angekommen ist die Wanderung nun fast zu Ende. Nach einem kurzen Abstieg entlang des gut ausgebauten Wanderwegs erreicht man nach knapp 20 Minuten die Seilbahnstation Riederalp.

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Übersicht
DistanzTag 1 | 19 km
Tag 2 | 15 km
Aufstieg2700 m
Abstieg2900 m
SchwierigkeitT3 (Info)
DauerTag 1 | 6 – 7 Stunden
Tag 2 | 4 – 5 Stunden
Kondition★★★★☆
Aussicht★★★★☆
Beste Jahreszeit
JanFebMärApr
MaiJunJulAug
SepOktNovDez
Karte
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