Höhenweg Zermatt

Kurzbeschreibung

Von Hütte zu Hütte führt der Höhenweg Zermatt in mehreren Tagen von Zermatt nach Täsch. Auf den etwas mehr als 80 Kilometer werden je rund 6000 Höhenmeter rauf und runter überwunden. Da die Region sehr gut mit Seilbahnen erschlossen ist, kann die Tour jederzeit abgekürzt oder unterbrochen werden. Wie man die gesamte Tour absolviert hängt von den persönlichen Vorlieben und der Kondition ab. Von mehreren Tagestouren bis zur durchgehenden Begehung mit Übernachtung in den Berghütten ist alles möglich. Die Tour kann zudem um zusätzliche Berggipfel ergänzt werden.

Als ich für die Tour angefragt wurde, war ich sofort begeistert. Im Sommer 2019 war es dann soweit. Wir entschieden uns für eine dreitägige Tour von Zermatt bis Trockener Steg. Übernachtet haben wir im Hotel du Trift und in der Schönbielhütte. Die normale Tour ergänzten wir noch mit der Besteigung des Wisshorn. So kam schliesslich eine Tour mit fast 50 Kilometer und 4000 Höhenmetern zusammen.

Karte

Beste Jahreszeit
JanFebMärAprMaiJun
JulAugSepOktNovDez

Bergwanderweg Zermatt – Hotel du Trift

Am ersten Tag konnten wir leider erst am Nachmittag starten. So mussten wir eine kurze Etappe raussuchen. Der Aufstieg zum Hotel du Trift, ca. 700 Meter oberhalb von Zermatt war deshalb ideal. Um kurz nach 14 Uhr konnten wir am Bahnhof Zermatt starten. Nach nur ein paar Minuten kam dann schon das erste Problem. Der geplante Weg entlang des Triftbachs war wegen Unwetterschäden gesperrt. Die Umleitung führte dann via Schweifinen zum Berghotel. Dieser Weg ist zwar etwas länger, die Aussicht aber interessanter.

Der Weg führt zuerst leicht aufwärts talauswärts. Vorbei an den Häusern von Balme erreicht man nach kurzer Wanderung einen Bach. Ab hier geht es nun steil bergauf. Zuerst durch den Wald und über Matten, anschliessend durch eine Felswand und Geröll erreicht man Schweifinen. Ab Zermatt gibt es auch einen Klettersteig, welcher bis hier führt. Wer also schwindelfrei ist und Zeit hat, kann durchaus auch diesen Weg wählen. Weiter geht es nun durch ein mit Lawinen-Verbauungen durchsetztes Felsband. Im Zickzack erreicht man schliesslich den Chüeberg, mit 2500 m der höchste Punkt der ersten Etappe. Zum ersten Mal sieht man nun auch das Matterhorn.

Von Chüeberg geht es nun gemächlicher weiter in Richtung Trift. Auf der rechten Seite erheben sich die Felswände des Wisshorn, auf der anderen Seite geht es tief hinunter zum Triftbach. Der Weg ist aber gut ausgebaut und absolut nicht gefährlich. Bald erkennt man dann das Hotel du Trift, unterhalb des Weges. Bei einem Wasserfall führt der Weg nun im Zickzack runter zum Hotel. Bei unserer Ankunft war die Sonnenterrasse bereits gut besetzt. Wir bezogen also erstmal unser Zimmer. Früher wohl tatsächlich einmal ein Hotel, ist es heute eher eine Berghütte. Die Einrichtung ist entsprechend einfach aber zweckmässig. Wir genossen die Zeit bis zum Abendessen auf der Terrasse, während nach und nach die übrigen Übernachtungsgäste eintrafen. Bald war es dann auch soweit und das Abendessen wurde serviert. Nach dem Essen und dem Sonnenuntergang war dann um 22 Uhr auch schon Nachtruhe.

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Übersicht Tag 1
Distanz6.5 km
Aufstieg900 m
Abstieg200 m
SchwierigkeitT2 (Info)
Dauer3 Stunden
Kondition★★★☆☆
Aussicht★★★☆☆

Bergwanderweg Hotel du Trift – Wisshorn – Schönbielhütte

Hotel du Trift – Wisshorn

Am zweiten Tag stand die Wanderung zur Schönbielhütte auf dem Programm. Da diese Wanderung nicht sehr schwierig und lang ist, entschieden wir uns, noch einen Umweg auf das Wisshorn, oberhalb von Trift zu machen. Nach dem Aufstehen sahen wir bereits den dichten Nebel. Trotzdem hielten wir an unserem Plan fest, denn weiter oben sollte die Sonne scheinen. So starteten wir nach dem ausgiebigen Frühstück unsere Wanderung. Wir wählten den direkten Aufstieg via Triftchumme. Zu Beginn geht es im Zickzack steil bergauf ehe man die Abzweigung erreicht, wo es entweder weiter zum Mettelhorn oder zum Wisshorn geht.

Nach einer kurzen flachen Passage, folgt dann auch schon der nächste Aufstieg, welcher zum Punkt 2826m führt. Hier befindet man sich nun sozusagen am Fuss des Wisshorn. Unter strenger Beobachtung von ein paar Schwarzhalsziegen gingen wird auch gleich weiter in Richtung Gipfel. Der Weg – flankiert von Lawinenverbauungen auf beiden Seiten – führt nun immer leicht nach oben über den Bergrücken bis zum Gipfel. Oben angekommen waren wir nun endlich komplett aus dem Nebel raus und konnten die wunderbare Aussicht an der Sonne geniessen.

Wisshorn – Höhbalmen

Für den Abstieg vom Wisshorn wählten wir den Weg weiter zum Chüeberg. Hierher führt der Weg durch eine Wand von Lawinenverbauungen über Felsen und Wiesen. Während dem Abstieg wurde dann der Nebel wieder dichter. Ab Chüeberg war dann ausser Nebel nichts zu sehen. Weiter ging es auf demselben Weg zum Hotel du Trift wie bereits am Tag zuvor.

Nach dem Ausflug auf das Wisshorn startete nun die eigentliche Wanderung. Ab dem Hotel du Trift führt der Weg über die Ebene und schliesslich steil durch Geröll und Felsen nach oben. Nach rund 200 Höhenmeter wird es etwas flacher. Gemütlich aufwärts erreicht man nach weiteren ca. 100 Höhenmeter die Hochebene von Höhbalmen. Bis jetzt war bei uns der grösste Teil der Wanderung um Nebel. Auf der Hochebene lichtete sich dieser aber langsam und man konnte ab und zu einen Blick auf Matterhorn und die anderen Berge erhaschen. Nach einer kurzen Wanderung über die Ebene erreicht man die Abzweigung von und nach Zermatt.

Höhbalmen – Schönbielhütte

Die Abzweigung Höhbalmen befindet sich ungefähr in der Hälfte der Hochebene. Entsprechend geht es mehrheitlich flach weiter. Bald wird das Gelände aber wieder steiler und man befindet sich inmitten eines Geröllfeldes, welches man nun überwinden muss. Der Weg ist weiterhin flach, doch geht es nun auf der linken Seite tief runter ins Tal. Entsprechend braucht es nun etwas mehr Trittsicherheit als bisher. Für uns war die Überquerung kein Problem, weshalb wir nach rund 30 Minuten auf der anderen Seite ankamen. Nun geht es über ein Feld teilweise ziemlich steil runter ins Tal, bis man das Gletschervorfeld des Zmuttgletscher erreicht.

Im Tal angekommen geht es nun bereits wieder aufwärts. Über die ehemalige Moräne geht es gemächlich in Richtung Schönbielhütte. Auf der linken Seite blickt man immer auf das Gletschervorfeld. Doch auch der Gletscher kommt immer näher. Auf der anderen Talseite erhebt sich das Matterhorn. Während unserem Besuch hüllte sich das Horu aber leider in dichte Wolken. Nachdem rund 200 Höhenmeter überwunden sind, steht man nun bereits unterhalb der Hütte. Doch noch fehlen weitere 200 Höhenmeter. Der steile Schlussaufstieg ist in knapp 30 Minuten gemacht und das Tagesziel erreicht. Die Schönbielhütte ist nun eine richtige Berghütte. Die Massenschläge sind eng, um möglichst viele Leute unterbringen zu können. Die Toilette befindet sich rund 30 Meter ausserhalb der Hütte. Warmes Wasser gibt es nicht. Genau so muss eine Hütte sein. Die Zeit bis zum Abendessen verbrachten wir auf der Terrasse mit wunderbarer Aussicht auf Matterhorn und Gletscher.

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Übersicht Tag 2
Distanz20 km
Aufstieg1500 m
Abstieg1100 m
SchwierigkeitT3 (Info)
Dauer6 – 7 Stunden
Kondition★★★★★
Aussicht★★★★★

Bergwanderweg Schönbielhütte – Hörnlihütte – Trockener Steg

Schönbielhütte – Hörnlihütte

Für den dritten Tag haben wir die längste Etappe geplant. Von der Schönbielhütte zur Hörnlihütte und schliesslich bis zur Station Trockener Steg. Aufgrund der Dauer dieser Etappe entschieden wir uns für ein frühes Frühstück um 4 Uhr. Nach dem Aufstehen dann ein kleiner Schock. Der Nebel war so dicht, dass man kaum das Toilettenhäuschen sehen konnte. Wie die anderen Bergsteiger in der Hütte, warteten wir nach dem Frühstück auf eine Wetterbesserung. Doch diese blieb aus, weshalb wir dann im Nebel, aber immerhin mit etwas Tageslicht, um 6 Uhr zu unserer Tour starteten.

Zum Glück war der erste Teil der Wanderung nicht sehr anspruchsvoll. Der Abstieg von der Hütte war trotz Nebel kein Problem. Bei der Abzweigung am Ende des Gletschervorfeldes angekommen war der Nebel dann schon weniger. Nach einem kurzen Abstieg erreicht man, vorbei an einem imposanten Wasserfall, die Ebene mit Stausee und Kraftwerk. Die Ebene überquert man auf einer Schotterstrasse. Der Aufstieg bis zur Oberen Staffelalp erfolgt über einen einfachen Weg durch Wald und über Wiesen. Nachdem man 2500 Meter überschritten hat, beginnt der Fels und der Weg wird etwas ausgesetzter. Die Felswand bei Seickren durchquert man über eine Treppe aus Steinen. Trotz Nebel war die Durchquerung kein Problem und ungefährlich. Anschliessend führt der Weg steil, aber gleichmässig weiter nach oben auf den Hörnligrat.

Auf dem Grat angekommen, trifft man auf den Weg von Schwarzsee. Der Weg zur Hörnlihütte ist sehr beliebt, weshalb nun deutlich mehr Wanderer unterwegs sind. Bei unserer Ankunft auf dem Grat erschien nun auch endlich die Sonne. Wir nutzten die wärmenden Sonnenstrahlen für eine kurze Pause. Nach der Abzweigung überquert man nun zuerst ein weiteres Geröllfeld, bevor der Aufstieg zur Hütte beginnt. Den Weg markieren sowohl rot-weisse als auch blau-weisse Signale. Die Klassifizierung ist also nicht ganz klar. Schliesslich beginnt der Aufstieg zur Hütte. Über Stein- und Mettaltreppen führt der Weg in einem steilen Zickzack nach oben. Immer wieder sind Seile zur Sicherung installiert. Wir erreichten die um kurz nach 9 Uhr, perfekt für eine kurze Pause und ein Tee an der Wärme.

Hörnlihütte – Trockener Steg

Der Abstieg erfolgt über denselben Weg, wie der Aufstieg. Inzwischen kamen uns immer mehr Leute entgegen. Teilweise herrschte schon fast Stau. Bei der Abzweigung geht es nun über den Grat weiter. Nach einem langen Geröllfeld folgt ein kurzer Steiler Abstieg über eine Steintreppe. Über einen Metallsteg aussen an der Felswand geht es weiter bergab zur Station Hirli. Hier hat man die Möglichkeit zur Station Schwarzsee abzusteigen. Wir entschieden uns, die Tour wie geplant fortzusetzen. So ging es erstmal weiter bergab zu den Überresten des Furgggletschers. Über eine Metallbrücke überquert man nun den Gletscherabfluss. Der Weg führt dann immer weiter über das Gletschervorfeld. Inzwischen war der Nebel mehrheitlich verschwunden und wir konnten die Mittagspause an der Sonne geniessen.

Nach viel Abstieg beginnt nun langsam wieder der Aufstieg in Richtung Trockener Steg. Der einfache und gut ausgebaute Panoramaweg – gemacht für viele Leute – führt über die grossen Felsen immer weiter in die Höhe, bis man eine weitere Ebene erreicht. Die Landschaft hier ist sehr speziell. Abgeschliffene Felsen in allen Farben und viele kleine Seen erinnern an eine andere Welt. Über das ausgedehnte Geröllfeld erreicht man schliesslich den Theodulgletschersee, unterhalb der Station Trockener Steg. Der Schlussaufstieg erfolgt dann schliesslich über einen breiten Weg, welcher im Winter eine Skipiste ist. Wir erreichten die Station um 14 Uhr.

Da wir noch etwas Zeit hatten, entschieden wir uns, noch einmal die 3000m-Grenze zu überschreiten. Wir setzten unsere Wanderung also fort zur Gandegghütte. Über die Überreste des Theodulgletschers und grosse Felsbrocken ist die Hütte in rund 30 Minuten zu erreichen. Nach 2.5 anstrengenden Tagen und rund 50 Kilometer in den Beinen haben wir uns ein erfrischendes Getränk in der Hütte verdient. Die Aussicht von der Terrasse auf den Unteren Theodululgletscher, das Klein Matterhorn sowie talauswärts ist einfach wunderbar. Für den Abstieg wählten wir schliesslich denselben Weg. Um kurz vor 16 Uhr bestiegen wir schliesslich die Gondelbahn runter nach Zermatt.

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Übersicht Tag 3
Distanz22 km
Aufstieg1600 m
Abstieg1400 m
SchwierigkeitT3 (Info)
Dauer7 – 9 Stunden
Kondition★★★★★
Aussicht★★★★★

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