Glacier de Tsanfleuron

Bergwanderweg Sanetsch – Scex Rouge

Das Skigebiet Glacier3000 verwandelt sich nach der Schneeschmelze in eine imposante Welt von Eis, Wasser und Stein. Während einer kurzweiligen Wanderung von der Barrage de Sanetsch zum Peak-Walk auf dem Scex Rouge kann man die wunderbare Aussicht auf die Walliser Berge geniessen. Fast während der ganzen Wanderung sieht man den auffälligen Felsen “Quille du Diable” in der Ferne. Während es zum Start eher ruhig zu und her geht, wird es im touristischen Teil ganz oben doch etwas hektischer. Wem die knapp 1000 Höhenmeter zu wenig sind, kann den Aufstieg von Gsteig auch zu Fuss machen. So kommen weitere ca. 5 Kilometer und 900 Höhenmeter dazu.

Sanetsch – Cabane de Prarochet

Der eigentliche Start der Tour ist im kleinen Ort Gsteig bei Gstaad. Nach einem rund 30-minütigen Fussmarsch erreicht man die Talstation der Seilbahn auf den Sanetsch. Die zwei kleinen Gondeln fassen jeweils nur 4 Personen. Da wir früh unterwegs waren, mussten wir nicht so lange warten. Die Fahrt dauert ca. 10 Minuten. Nach dem Verlassen der Seilbahn erreicht man, vorbei an der Auberge du Sanetsch, einen kleinen Aussichtspunkt oberhalb des Stausees. Die Saane wird hier oben für die Stromgewinnung gestaut. Ab hier führen zwei Wege entlang des Sees, einer auf jeder Seite.

Wir wählten den Weg auf der Nordwestseite des Sees, da dieser bereits an der Sonne lag. Davon hatten wir zwar nicht viel, da immer wieder dichte Nebelschwaden die Sonne abdeckten. Nach dem Überqueren der Staumauer folgt der Weg ein kurzes Stück entlang der Strasse, bald kommt aber die Abzweigung zu einem schönen Bergwanderweg. Immer wieder führt der Weg zwischen grossen Felsbrocken hindurch. Auf der Südostseite hat man eine schöne Aussicht auf Arpelistock und Arpelihore, auf der Nordwestseite sieht man immer wieder auf das Gestelli- und Sanetschhore. Bald ist das Ende des Sees erreicht und es geht bergauf zum Sanetschpass. Unser Weg biegt beim Grande Croix ab.

Durch ein breites und relativ flaches Tal geht es nun weiter. Immer leicht steigend geht es durch das ehemalige Gletschervorfeld des Glacier de Tsanfleuron. Das Gras weicht nun immer mehr den Steinen und bald ist es ganz verschwunden. Der Weg durch immer grössere Steinbrocken ist gut ausgebaut. Am Ende des Tals überquert man schliesslich auf einer kleinen Brücke den Bach Lachon. Von nun an gibt es nur noch eine Möglichkeit, um weiter zu kommen. Bergauf über die Felswand. Noch vor ein paar Jahren war hier eine unüberwindbare Eiswand. Das Eis ist geschmolzen und eine vom Gletscher geschliffene Felswand ist übriggeblieben. Überall in der Wand sind Wegmarkierungen zu sehen. Diese in eine logische Reihenfolge zu bringen ist nicht immer einfach. Kurze Wegstücke verbinden die zu überwindenden Felsvorsprünge. Immer wieder kommen auch die Hände zum Einsatz, um sich in die Höhe zu ziehen.

Die Kletterei dauert knapp 30 Minuten und man überwindet knapp 150 Höhenmeter. Oben angekommen ist man aber noch lange nicht am Ziel. Etwas flacher geht es nun weiter in Richtung der Cabane de Prarochet. Auf der Ebene, den Lapis de Tsanfleuron, sieht man gut, wie die Fläche durch den Gletscher geformt wurde. Immer wieder geht es rauf und runter. In den Löchern bleibt der Schnee lange liegen und es bilden sich kleine, klare Seen. Wer die eisigen Wassertemperaturen nicht scheut, kann hier auch ein kurzes Bad nehmen. Vorbei an unzähligen Löchern und Schneefeldern erreicht man schliesslich nach knapp 2 Stunden die Cabane de Prarochet, welche sich für eine kurze Pause anbietet.

Cabane de Prarochet – Scex Rouge

Nach einer kurzen Pause geht es nun an die Planung der Fortsetzung der Wanderung. Eine sorgfältige Planung der Routenwahl ist nun sehr wichtig. Auch im Sommer liegen hier teilweise noch grosse Schneefelder. Das nächste Ziel, der felsige Gipfel des Quille du Diable, ist zum Glück immer im Blick. Während unserer Tour Mitte Juli 2020 konnten im untersten Teil die Schneefelder noch umgangen werden. Mit zunehmender Höhe wurden diese aber immer grösser und bald mussten die ersten Meter im Schnee zurückgelegt werden. Mit Wanderstöcken war das aber kein Problem. Der Schnee war sehr griffig und Steigeisen waren auch in den steilsten Abschnitten nicht nötig.

Die Wegmarkierungen sind selten und alle paar Meter muss die beste Route neu beurteilt werden. Das Ausmass der einzelnen Schneefelder kann meistens erst aus der Nähe richtig beurteilt werden. Langsam geht es so immer weiter in die Höhe. Der Weg wird immer steiler und die Schneefelder grösser. Der Quille du Diable rückt immer näher und schliesslich steht man direkt am Fuss des imposanten Felsen. Bei schönem Wetter stehen sich hier oben die Touristen fast gegenseitig auf den Füssen. Das Refuge l’espace bietet hier ganzjährig Getränke und Speisen an. Die Aussicht ist eindrücklich. Im Süden die Walliser Alpen, im Norden und Osten der Glacier de Tsanfleuron. Im Westen der Tiefblick in zur Derborence und die Waadtländer Alpen mit dem Glacier du Diablerets. Bei unserer Tour versteckte sich die Aussicht leider etwas im Nebel.

Nach einer Pause setzten wir unsere Wanderung dann zum Ziel, der Station Scex Rouge fort. Ab dem Quille du Diable, bzw. dem Refuge l’espace führt ein gespurter Weg über den Gletscher. Während der gesamten Wanderung kann man die wunderbare Aussicht über den Gletscher zum Oldehore und dem Gletschervorfeld geniessen. Die Spuren des Winterskibetriebs sind noch überall zu erkennen. Je wärmer es wird, desto mehr kommt der Gletscher mit seinen Spalten zum Vorschein. Das Verlassen des gespurten Weges kann schlimmstenfalls in einer Gletscherspalte enden. Bald erreicht man dann den Sessellift beim Scex Rouge, welcher einem in ein paar Minuten zur Gondelbahn und dem Peak-Walk bringt. Bei unserem Besuch gab es für den Aufstieg zur Station noch zu viel Schnee.

Oben angekommen bietet sich der Besuch der gipfelverbindenden Hängebrücke, dem Peak-Walk an. Von hier aus bietet sich erneut ein wunderbares 360 Grad Panorama. Nach einer kurzen Pause bestiegen wir dann die Gondelbahn und beendeten unsere Tour in der Cabane des Diablerets bei der Mittelstation, wo uns bereits eine Steinbockfamilie erwartete.

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Übersicht
RegionBern – Wallis
Distanz14 km
Aufstieg1000 m
Abstieg200 m
Tiefster Punkt2063 m (Sanetsch)
Höchster Punkt2990 m (Scex Rouge)
SchwierigkeitT3+ (Info)
Dauer4 – 5 Stunden
Kondition★★★☆☆
Aussicht★★★★☆
Beste Jahreszeit
JanFebMärApr
MaiJunJulAug
SepOktNovDez
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