Äusseres Barrhorn

Bergwanderweg Sänntum – Turtmannhütte – Barrhorn

Der Weg auf das Äussere Barrhorn gilt als der höchste Bergwanderweg Europas. Als ich auf diesen Weg aufmerksam gemacht wurde, war sofort klar, dass ich einmal dorthin will. Von zuhinterst im Turtmanntal gelangt man via Turtmannhütte, durch das Gässi auf das Äussere Barrhorn mit einer Höhe von 3610 m. Wir wählten eine zweitägige Variante mit Übernachtung in der Turtmannhütte. Hier beschreibe ich aber nur den ersten Tag mit der Besteigung des Barrhorns.

Vorders Sänntum – Turtmannhütte

Mit der ersten öV-Verbindung gelangten wir am Morgen früh ins Turtmanntal. Der geplante Start der Tour war in Gruben, welches im Sommer mit einem Bus erreichbar ist. Ganz überraschend fuhr der Bus aber noch weiter bis ins Vordere Sänntum. So konnten wir unsere erste Etappe etwas abkürzen, was uns doch sehr entgegen kam.

Der erste Teil der Tour ist eher langweilig. Entlang einer Schotterstrasse geht es immer leicht bergwärts bis zum Turtmannsee, welchem man entlang des Westufers folgt. In der Mitte des Sees befindet sich ein Damm, welcher den See in zwei Teile trennt. Über den Damm geht es auf die andere Seite, wo dann auch endlich der Aufstieg beginnt. Nach ein paar Kurven erreicht man die Talstation der Materialseilbahn, welche zur Turtmannhütte führt. Da diese gerade in Betrieb war, wurden wir gebeten, dem Steinmannliweg zu folgen. Dieser führt weiterhin im Tal über ein enormes Steinfeld unten an der Hütte vorbei in ein Seitental. Unzählige Steinmannli zieren den Weg in der Ebene. Nicht zu steil beginnt dann schliesslich der Aufstieg zur Hütte.

Turtmannhütte – Gässi – Schöllijoch

Nach einer kurzen Pause bei der Hütte ging es auch schon weiter. Am Abend werden wir noch genügen Zeit haben, die Aussicht bei der Hütte zu geniessen. Der Weg zum Barrhorn gilt offiziell als blau-weisser Alpinwanderweg, ist aber nicht als solcher markiert. Stattdessen sind immer wieder rot-weisse Markierungen anzutreffen. Nach der Hütte geht es erstmal flach weiter durch Geröll und entlang eines imposanten Felsbandes, an wessen Ende das Gässi wartet. Ein steiler Zickzack-Aufstieg über feines Geröll, gefolgt von einer kurzen Kletterpartie über eine Felswand. Der Weg durch die Felswand ist eher eine Treppe, welche mit Seilen gesichert ist. Trotzdem braucht es hier eine gute Trittsicherheit. Oben angekommen hat man schliesslich eine wunderbare Aussicht in alle Richtungen.

Das Gässi überwunden, geht es nun über Felsen und Geröll immer weiter in die Höhe. Der Weg ist nicht sehr anspruchsvoll. Bald erreicht man dann eine Abzweigung. Ein Weg führt direkt zum Äusseren Barrhorn, ein Weg weiter zum Schöllijoch. Wir wählten für den Aufstieg den Weg zum Schöllijoch. Entlang einer Felswand – herunterfallende Eisstücke inbegriffen – geht es etwas steiler weiter. Kurze Zeit später ist das Schöllijoch auf 3342 m dann erreicht. Hier befindet man sich auf einem Passübergang. Auf der anderen Seite geht es über einen kurzen Klettersteig runter in Richtung Mattertal zur Topalihütte. Hier wehte uns ein heftiger und kühler Wind entgegen. Trotzdem legen wir eine kurze Pause ein, welche wir für den Schlussaufstieg dringend nötig hatten.

Schöllijoch – Barrhorn – Turtmannhütte

Der weitere Weg ist nun gut erkennbar. Seitwärts der Bergflanke geht es nun die letzten 300 Höhenmeter nach oben. Unterhalb des Inneren Barrhorns vorbei, kommt kurz darauf der andere Weg von vorhin wieder dazu. Noch knapp 150 Höhenmeter bis zum Ziel. Ab hier wird es nun etwas steiler. Zudem macht sich auch langsam der fehlende Sauerstoff in dieser Höhe bemerkbar. Die Schritte werden kürzer und anstrengender. Der Weg, bestehend aus festgepressten kleinen Steinchen macht den Aufstieg auch nicht einfacher. Nach rund 30 Minuten sind dann aber auch die letzten Höhenmeter überwunden und man steht beim Gipfelkreuz. 3610 m sind erreicht. Mein persönlicher Rekord. Die Aussicht hier oben ist einfach überwältigend. Rundherum sieht man nur Berge, Gletscher und das ewige Eis der 4000er. Die Aussicht entschädigt für den anstrengenden Aufstieg.

Nach einer Pause und unzähligen Fotos mussten wir uns aber schon bald wieder auf den Weg nach unten machen. Der Abstieg über den Weg mit den kleinen Steinen ist sehr mühsam und rutschig. Der Abstieg auf dem ersten Abschnitt dauert deshalb auch fast so lange wie der Aufstieg. Bei der Abzweigung wählten wir nun den Weg direkt nach unten. Über Geröll und Felsen erreichen wir bald das Gegenstück der Abzweigung. Bevor wir dann zum Gässi kommen, entscheiden wir uns, noch die Sonne zu geniessen. Wir haben noch Zeit bis zum Abendessen in der Hütte. Schliesslich geht dann aber doch weiter. Das Gässi ist bald durchquert – auch wenn der Abstieg fast schwieriger war als der Aufstieg – und kurze Zeit später die Hütte erreicht. Wir beziehen unseren Schlafplatz und geniessen den Abend in der Hütte.

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Übersicht
Distanz17 km
Aufstieg1800 m
Abstieg1200 m
Schwierigkeit T3 (Info)
Dauer6 – 7 Stunden
Kondition★★★★☆
Aussicht★★★★★
Beste Jahreszeit
JanFebMärApr
MaiJunJulAug
SepOktNovDez
Karte

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