Lesezeit:

Island 2014

Vom 24. - 30. Mai verbrachte ich zusammen mit zwei Kollegen eine Woche in Island. Wir wollten die Insel einmal über die Ringstrasse umrunden. Ergänzt wurde die Umrundung mit einzelnen spontanen Tagesausflügen. Während der Umrundung gingen wir unserem gemeinsamen Hobby nach, dem Geocaching. Dadurch besuchten wird Orte, welche in keinem Reiseführer stehen.

Anreise

Die Anreise begann früh. Mit einem der ersten Züge machten wir uns auf den Weg an den Flughafen Genf. Als unser Flugzeug von der Flughafen-Feuerwehr in Empfang genommen wurde, waren wir erstmals etwas besorgt. Beim Gate angekommen stand dort ein grosses Apéro-Buffet. Bei einer kurzen Ansprache wurde uns auch erklärt weshalb. Durch Zufall hatten wir den allerersten Flug von Icelandair ab Genf gebucht.

Am frühen Nachmittag landeten wird pünktlich in Reykjavik, wo wir unser Mietauto entgegen nehmen konnten. Das Wetter war in etwa, wie wir das erwartet haben – stürmischer Wind und Regen. Nach rund 2 Stunden Fahrt erreichten wir unser erstes Tagesziel, den kleinen Ort Reykholt.

In der Nähe von Reykholt
Kapelle in Reykholt

Húsavík und der Norden

In der ersten Nacht mussten wir uns erstmal daran gewöhnen, dass es hier nicht wirklich dunkel wird. Nach einer Dusche mit Schwefelwasser machten wir uns am nächsten Morgen auf in den Norden. Unser Tagesziel war das rund 450km entfernte Húsavík. Gleich zu Beginn besuchten wir die heissen Quellen von Deildartunguhver, die grösste Heisswasserquelle von Island. Unterwegs kamen wir auch am von Elfen und Trollen bewohnten Glenni-Wasserfall und dem 3000 jährigen Grábrók Krater vorbei. Kurz vor dem Ziel besuchten wir auch noch den Godafoss-Wasserfall.

Heisse Quelle von Deildartunguhver
Auf dem Grábrók-Krater
Am Glenni-Wasserfall

Am nächsten Tag wollten wir den Leuchtturm von Hraunhafnartangi, einen der nördlichsten Punkte Islands besuchen. Im Gegensatz zum Tag vorher gab es hierhin keine wirklich guten Strassen. Mit unserem Mietauto waren die Gravel-Roads jedoch kein Problem. Auf dem Rückweg entdeckten wir auf einem Hügel ein seltsames Gebilde, was auf keiner Karte verzeichnet war. Wir wagten also einen kurzen Abstecher dorthin und stellten fest, dass es sich um den Heimskautsgerðið handelt. Das ist ein Arctic Henge welcher sich aktuell im Bau befindet.

Unterwegs in Island
Leuchtturm Hraunhafnartangi
Heimskautsgerðið Arctic-Henge

Kirkjubæjarklaustur und der Süden

Am nächsten Tag hatten wir die grösste Etappe vor uns. Das Tagesziel war ein kleines Hotel in Kirkjubæjarklaustur, im Süden Islands. Wie schon an den vorherigen Tagen machten wir diverse Zwischenstopps. Das erste Mal hielten wir beim Ysta Rjukandi, einem weiteren Wasserfall an. Entlang der Ringstrasse ging es weiter bis zur Abzweigung zum Öxi-Pass, eine Abkürzung von rund 70km. Da wir nicht wussten was uns dort erwarten würde, warteten wir etwas und liessen erst ein paar weitere Autos passieren. Da wir ein geländegängiges Auto hatten, entschieden wir uns, dass auch wir die Abkürzung nehmen wollen. Die Entscheidung wurde mit einer wunderschönen Passfahrt mit sehr steilen Strassen belohnt. Nach ein paar Kilometern erreichten wir schliesslich wieder die Ringstrasse.

Unterwegs in Island
Auf dem Öxi-Pass

Im Südosten besuchten wir dann noch einen weiteren Wasserfall und einen Leuchtturm bevor wir dann zum Jökulsárlón-See kamen. Der See ist der tiefste und grösste Gletschersee in ganz Island. Auf dem See schwimmen massive Eisberge, welche sich vom Gletscher abgelöst haben. Dieser Gletschersee diente schon mehrfach als Filmkulisse für diverse sehr bekannte Filme. Auf dem Weg zum Hotel kamen wir schliesslich noch bei einer historischen Kirche vorbei.

Jökulsárlón-See Am Jökulsárlón-See
Hofskirkja

Da wir am Tag vorher aus Zeitgründen nicht alles besichtigen konnten, begaben wir uns nochmal in diese Region. Als erstes besichtigten wir den Svínafellsjökull, einen weiteren Gletscher. Fast daneben befindet sich ein sehr bekannter Wasserfall, der Svartifoss-Wasserfall fällt durch das umgebende Gestein auf. Die ganze Umgebung besteht aus eindrücklichen Basalt-Säulen. Ebenfalls ganz in der Nähe befindet sich der Skeiðarársandur eine riesige Schwemmlandebene. Bei einem Vulkanausbruch 1996 hat sich hier ein gigantischer Gletscherlauf ereignet, bei welchem die Strasse komplett zerstört wurde. Teile der alten Brücke ragen noch heute aus dem Boden und dienen als Denkmal.

Wasserfall Svartifoss
Durch Gletscherlauf zerstörte Brücke

Da wir noch etwas Zeit hatten, wollten wir noch ein paar Sachen westlich von Kirkjubæjarklaustur besichtigen. Unterwegs kamen wir an den Basaltsäulen von Dverghamrar (Zwergenhammer) vorbei. Zum Abschluss des Tages besuchten wir noch Laufskálavarða. Hierbei handelt es sich um ein Denkmal, bestehend aus tausenden von Steinmännchen zu Ehren einer Farm, welche dort im Jahr 894 bei einem Vulkanausbruch zerstört worden sei.

Laufskálavarða

Der Südwesten und Reykjavik

Am nächsten Morgen ging es dann weiter nach Reykjavik. Auch an diesem letzten Tag unterwegs waren noch einige Zwischenstopps eingeplant. Nach dem Besuch einer alten Farm und einem Abstecher ans Meer erreichten wir den Urriðafoss, den wasserreichsten Wasserfall in Island. Der Wasserfall ist 40m breit und 6m hoch. Mitte des 20. Jahrhunderts war hierhin eine Eisenbahnstrecke geplant. Nach diesem Wasserfall stand dann mit den Geysiren das absolute Highlight unserer Islandtour auf dem Programm. Der Strokkur-Geysir ist der einzige Geysir in Island, der noch regelmässig ausbricht. Ca. alle 10 Minuten schiesst hier eine riesige Wasserfontäne in die Höhe. Vom Geysir aus fuhren wir schliesslich zurück zum Flughafen um unsere Auto zurückzugeben. Vom Flughafen ging es dann mit dem Taxi nach Reykjavik.

Unterwegs in Island
Urriðafoss Wasserfall
Geysir Strokkur

Am nächsten Tag stand zum Abschluss unserer Islandreise noch die Besichtigung von Reykjavik an. Wir starteten am Hafen, gingen zu Fuss durch das Stadtzentrum und schliesslich zum Stadtflughafen. Rund um den Flughafen begaben wir uns zur Perlan einem Warmwasserspeicher mit Museum. Von dort aus hat mein eine wunderbare Aussicht auf Reykjavik. Von dort aus wanderten wir quer durch die Stadt an die Meerespromenade und schliesslich zur Hallgrímskirkja der eindrücklichen Kirche, welche die ganze Stadt überragt.

Landakotskirkja in Reykjavik
Sólfar Wikingerschiff in Reykjavik
Hallgrimskirkja

Rückreise

Am nächsten Morgen ging es bereits um 4 Uhr mit dem Bus los in Richtung Flughafen. Da am Morgen um diese Zeit die meisten Flieger starten, war der Flughafen bereits sehr voll, womit sich die Kontrollen etwas in die Länge zogen. Trotzdem reichte es vor dem Besteigen des Flugzeuges noch für ein kleines Zmorge.

Adrian Schmid
3700 Spiez, Switzerland